Sozialer Kahlschlag in Altona? – Ottensen | elbe-wochenblatt.de

 Seit 1982 gibt es bereits die Straßensozialarbeit Ottensen (Streeties). Einer unserer beiden Sozialarbeiter dort wechselt demnächst in seinen wohlverdienten Ruhestand und wie wir erfahren mussten, geht damit auch ein Ende seiner Planstelle einher. Doch damit nicht genug :

Laut Senatsbeschluss sollen in Altona an die 100 Stellen im sozialen Bereich gestrichen werden. Zwar soll die Kinder- und Jugendhilfe für Menschen bis 25 Jahre aufrecht erhalten werden, die Neubesetzung der zweiten Planstelle in Ottensen ist allerdings nicht vorgesehen. Dies hat zur Folge, dass die Räume der Streetworker im nächsten Jahr geschlossen werden sollen und dieser wichtige Standort wegfällt.

 

Die Streeties betreuen nach eigenen Angaben ca. 200 Personen regelmäßig in ihren Räumlichkeiten an der Braunschweiger Strasse 1, nahe dem Rathaus Altona; hiermit dürfte allerdings nur ein Teil ihrer gesamten Klientel erfasst sein. Dabei bieten sie einmal wöchentlich eine warme Mahlzeit sowie Frühstück, beraten in allen denkbaren sozialpädagogischen Fragen, leisten Hilfe bei Amtsterminen, betreuen seit Jahren zahlreiche Wohnprojekte, unterstützen bei Krankheit oder beispielsweise bei Aufenthalten in Justizvollzugsanstalten, bieten die Möglichkeit, Wäsche zu waschen und sich zu duschen – geben Hilfe zur Selbsthilfe. Ein detaillierterer Überblick dürfte die absolute Not –wendigkeit der Straßensozialarbeit insgesamt und in diesem speziellen Fall noch unterstreichen. Dabei leisten die Streeties nicht nur „Dienst nach Vorschrift“, sondern sind sehr persönlich engagiert und haben so auch zahlreiche persönliche Bindungen in ihrem Tätigkeitsfeld aufgebaut.

 

Der Erhalt der Stassensozialarbeit Ottensen mit zwei Planstellen an angestammter Stelle ist vor diesem Hintergrund alternativlos. Die Vereine Vogelfrei e.V., Freies Kunterbunt e.V., Pappnasen e.V. und Wildwuchs e.V. haben sich daher nun zusammengeschlossen, um gemeinsam für den Erhalt der „Streeties – Straßensozialarbeit Ottensen“ zu kämpfen.

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