Nur keine Angst: Unsere Kultur braucht kein Urheberrecht | iRights.info

Joost Smiers ist Politikwissenschaftler und Professor (em.) für Politische Wissenschaft der Kunsthochschule Utrecht. Er lebt in Amsterdam. Zusammen mit Marieke van Schijndel verfasste er „No Copyright. Vom Machtkampf der Kulturkonzerne um das Urheberrecht“ (Berlin 2012, Alexander Verlag).

Joost Smiers ist Politikwissenschaftler und Professor (em.) für Politische Wissenschaft der Kunsthochschule Utrecht. Er lebt in Amsterdam. Zusammen mit Marieke van Schijndel verfasste er „No Copyright. Vom Machtkampf der Kulturkonzerne um das Urheberrecht“ (Berlin 2012, Alexander Verlag).

Heute, am 23. April, ist der Welttag des Buches und des Urheberrechts, 1995 eingerichtet von der UNESCO. Der niederländische Politikwissenschaftler und Autor Joost Smiers nimmt den Tag zum Anlass, über die Marktverhältnisse der Inhaltewirtschaft und Gründe für eine Abschaffung des Urheberrechts nachzudenken.

 

[…] In keiner bisherigen Kultur der Menschheitsgeschichte war es verboten, etwas weiter zu entwickeln, das andere zuvor geschaffen hatten. Darauf beruhte und beruht sämtlicher kultureller und wissenschaftlicher Fortschritt. Was wir hingegen seit mehreren Jahrhunderten im Westen mit dem Urheberrecht machen, hat zur Folge, dass wir unsere Kultur und unsere Wissenschaft regelrecht einfrieren. […]

 

Wir wollen den Faden weiterspinnen
 
Wir sind selbständige, denkende Bürger und Bürgerinnen, die eine Melodie oder eine Erzählung gerne fort entwickelt sehen oder den kreativen Faden eines Werks gerne weiterspinnen wollen. Wenn es aber nicht gestattet ist, auf kreative Art mit Schöpfungen umzugehen, dann bedroht das unsere Kulturvielfalt und damit unsere Demokratie.

Das heißt, wir müssen ein neues Wettbewerbsrecht einführen, mit dem wir die Marktdominanz der Kultur- und Informationsindustrien brechen und ihre Größe begrenzen können. Dann wäre kein Unternehmen mehr imstande, durch ein Übermaß an Werbung die Bürgerinnen und Bürger dominierend zu beeinflussen und wir könnten frei zwischen vielfältigeren Informations-, Kultur- und Unterhaltungsangeboten wählen.

 

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