Davidwache: Warum der Angriff (k)einer war | NDR.de | Regional | Hamburg

Günter Köhnken © Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Der Kieler Gerichtsgutachter Günter Köhnken erklärt das Phänomen der Umdeutung.

NDR Info hat den renommierten Kieler Gerichtsgutachter Günter Köhnken mit den widersprüchlichen Aussagen konfrontiert. Er gilt als Spezialist, wenn es um die Bewertung von Zeugenaussagen geht: „Das sind tatsächlich zwei unterschiedliche Geschehensabläufe, die da geschildert werden, und das passt nicht zusammen.“ […]

Köhnken erklärt: „Unsere Wahrnehmung wird auch beeinflusst durch die Erwartungshaltung, die wir in dem Moment haben. Es kann vorkommen, dass Dinge dann umgedeutet werden im Sinne der Erwartungshaltung.“

Eine Falle – auch für Polizisten

Auch Polizisten könnten trotz ihrer geschulten Wahrnehmung in diese Falle tappen, so Köhnken. Zum Beispiel dann, wenn es ähnliche Vorfälle in jüngster Vergangenheit gegeben habe, in diesem Fall die Schanzenkrawalle zuvor. „In solchen Lagen können sich Erwartungshaltungen herausbilden, die auch dazu führen können, dass etwas, was man wahrnimmt, im Sinne der Erwartungshaltung gedeutet wird.“ Dabei handele es sich nicht um bewusste Vorgänge. Vielmehr seien dies Abläufe im Gehirn, die man nicht steuern könne.

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